ROGER FEDERER
…“Mensch – Maschine – Magier“
Verfasser ist Alain Dedial, Head-Coach TAD:
Australien Open 2010. Roger Federer gewinnt das erste Majorturnier des Jahres in grösster Manier. Man ist geneigt zu sagen, das war allererste Sahne!
Doch wie war das möglich? Blättern wir zurück zur ersten Runde. Roger quälte sich die ersten drei Sätze gegen Igor Andreev durch diese Eröffnungspartie, versuchte sich verschiedentlich in Szene zu setzen, doch vieles brachte nicht den gewünschten Erfolg. Andreev, ein durchaus unangenehmer Erstrundengegner, der stets zu einem Exploit gegen einen Topspieler fähig ist, wehrte sich nach Kräften. Schlussverdikt 4:6 / 6:2 / 7:5 / 6:0. Der Rest ist schnell erzählt. Er lässt in den weiteren Runden nie den Zweifel zum Sieg aufkommen und fertigt im Endspiel den derzeit wohl zweitbesten Spieler der Tour, Andy Murray (GBR), in drei Sätzen ab.
Wird es wichtig, so ist Roger ganz auf der Höhe und fähig, sich aus eigener Kraft in die “Zone“ (Fachbegriff für optimalen Leistungszustand und steten Leistungsabruf des Bestmöglichen) zu spielen.
Wie viel Mensch, Maschine und Magier steckt in der Person Roger Federer? Gewiss, aus Fleisch und Blut ist er geschaffen, die tausenden von Trainings- und Matchstunden verinnerlichten die Gesamtabläufe wie ein maschinelles Schweizer Uhrwerk, sodass der Filigrantechniker über die Jahre der solideste und kompletteste Tennisspieler aller Zeiten geworden ist. Und wo bleibt die Magie? Gesagt sei, dass überall wo ehrliche Leistung nicht mehr nachvollziehbar ist, Nährboden für Mutmassungen, Eventualitäten und Fantasie (notabene auch gern gesehenes Fressen für die Medien) entsteht. Ist doch schön, denn jeder kann den Gedankenfaden für sich individuell selber zu Ende spinnen.
Durch die fachliche Brille zusammengefasst, stimmt bei Roger wohl das Gesamtpacket eines Spitzensportlers am besten. Körperlich und geistig befindet er sich weitestgehend im Einklang, was sicherlich auch auf die weitsichtige Trainings- und Turnierplanung abzustützen ist. Ein Profi durch und durch, sowohl auf, wie neben dem Tennisplatz.
Meine persönliche Monatsbewertung:
90% Mensch – 9% Maschine – 1% David Copperfield













