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TAD-Pro-Trainer im Portrait:

 

UWE DANNER

 

 

Leiter Interview

Person

Alter

Ausbildung

 

Arbeitgeber

 

Alain Dedial (Head Coach TAD)

Uwe Danner

43 Jahre

Dipl. A-Trainer DTB, Fachsportlehrer Tennis

TENNIS ACADEMY DEDIAL GmbH

 

 

Was war Dein Beweggrund zur Übersiedlung in die Schweiz?

Nachdem ich viele Jahre erfolgreich als Landestrainer und als Tour Coach junge Talente im Lehrauftrag des Hessischen Tennis Verbandes und des Westfälischen Tennis Verbandes ausgebildet habe, war ich europaweit auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, die meinen Qualifikationen, Erfahrungen und Vorstellungen entsprach. Und die habe ich hier in der Schweiz gefunden.

 

Wie erlebst Du die Schweizer Bevölkerung?

Sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld bin ich sehr freundlich und offen empfangen worden. Zwei Dinge, die mir positiv aufgefallen sind, möchte ich hervorheben:
Zum Einen hört man hier in der Schweiz auf der Strasse und in der Natur fast überall ein freundliches “Grüezi miteinand“. Dieses nette Miteinander unter Fremden gefällt mir sehr. Zum Anderen wird einem hier sehr schnell das “Du“ angeboten. Diese Art von Unkompliziertheit kenne ich aus Deutschland in dieser Form nicht.

Die Deutschen “Siezen“ sich noch nach einigen Jahren, vor allem mit Vorgesetzten, Kollegen, Eltern und Schülern.

 

 

Was sind die Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Schweizer Tennis?

Der wesentlichste Unterschied findet sich meiner Meinung nach in den unterschiedlichen Methoden der Technikschulung, der Trainings-, Wettkampf-Planung und Steuerung. Auch sind die Strukturen der Regionalen- oder Nationalen Verbände völlig unterschiedlich geregelt. Besonders erwähnenswert finde ich die Tatsache, dass junge Talente zu 2 Drittel in Akademien oder Tenniscenter und deren Tennisschulen im harmonischen Einvernehmen untereinander, von Swiss Tennis akzeptiert, ausgebildet werden.

Das ist und wäre in Deutschland undenkbar.

 

 

Was bedeutet Tennis für Dich?

Im Alter zwischen 17 und 19 Jahren versuchte ich mich als Profi-Spieler auf der ATP-Tour, danach habe ich an der Technischen Universität München studiert und mein Fachsportlehrer-Diplom im Fach Tennis absolviert, sowie die höchste Lizenz eines Spitzenverbandes des Deutschen Olympischen Sportbundes als A-Trainer des DTB erworben. Ich bin nun 43 Jahre alt und arbeite seit 21 Jahren täglich im Leistungs- und Hochleistungsbereich und habe einige Spieler und Spielerinnen unter die Top 100 der ITF Weltrangliste bzw. bis ins Halbfinale bei den US-Open coachen können. Auch die Arbeit während dieser Zeit als Cheftrainer eines westfälischen Bundesligisten (TC Rechen Bochum) mit Profis, hat mich inspiriert.

 

Tennis ist für mich viel mehr als nur das Schlagen eines Balles – die vielen Situationen und Erkenntnisse, die ich aus diesem Sport ziehe, begegnen jedem von uns im Alltag. Jedes Rad greift in das nächste, alles sollte optimal abgestimmt sein, und das Abrufen der eigenen Fähigkeiten unter Stressbedingungen - wenn’s drauf ankommt – zeichnet einen guten Coach und Spieler/in aus.

 

Tennis ist ein faszinierender Sport für Geist und Körper. Sicher gibt es noch viele andere Hobbys für mich, aber für mich bedeutet es jeden Tag - Berufung mit Leidenschaft.

 

Wieso hast Du die Tennis Academy Dedial GmbH als Arbeitgeber und Wirkungsstätte gewählt?

Ja, das ist eine schöne Frage auf die ich gern antworten möchte.

 

Es gibt viele Akademien, jede Nation hat Nationale oder Regionale Verbände weltweit. Allein in Deutschland gibt es 18 Landesverbände mit eigenen Landesleistungszentren und 3 DTB- bzw. Olympiastützpunkte. Gerry Weber mit Breakpointbase in Halle Westfalen, mit denen ich kooperierte und arbeitete, die “Tennisbase“ vom Bayerischen Tennis Verband in München oder  die Tennis Akademie Rhein Neckar in Nussloch, stellvertretend für Deutschland.

 

Aber jeder Verband und jede Academy konkurrieren untereinander. Sogar die Trainer eines Verbandes. Ich nenne das Reibungsverlust an der Basis in Deutschland.

 

Nick Bollettieri in den USA, Sanchez - Casal in Spanien, Bob Brett in San Remo, um die Wichtigsten zu nennen. Ich habe das alles gesehen, hinter jede Tür geschaut und war im Frühling und Herbst 2008 bei Raphael Nadal in Manacor auf Mallorca.

Meine damaligen Spieler trainierten gemeinsam mit Nadals Onkel und Coach, Tony Nadal und mir, in der von mir 2004 gegründeten HEAD TennisBase Nordhessen. Ich konnte sehen, unter welchen unglaublichen Bedingungen dieser Spanier, wann immer er Zeit hatte, mit Carlos Moya und seinem Coach dort trainierte. Die Anlage war unfassbar, in jeder Ecke und in jedem Sandkorn spürte man den Spirit von Rapha, so dass man Gänsehaut bekam. Die Anlage war verrostet, Sandsäcke lagen auf jedem Court, dennoch war der Belag so gepflegt, wie in Roland Garros - Paris.

Noch immer höre ich das ohrenbetäubende Geschrei von Raphael.

 

Ich wollte weg aus Deutschland, weg vom Reibungsverlust, um etwas im internationalen Tennis zu bewegen. Der beste Spieler aus unserer Zeit ist Roger Federer und dieses Aushängeschild für den Tennissport kommt aus der Schweiz.

 

Im Spätsommer 2008 erreichte mich eine Offerte von Alain Dedial. Einen Tag später reiste ich noch vor meinem Urlaub nach Griechenland in die Schweiz, um mir alles anzusehen und um ein Vorstellungsgespräch mit Alain zu führen, nachdem ich 15 Wochen quer durch Europa gereist war. Wie gesagt, ich schaute mich um, hörte zu und war begeistert – wieder 1.200 km.

 

Die Infrastruktur des Centers war besser als die bei Nadal und so gut, wie in unseren deutschen Leistungszentren. Viel wichtiger aber ist die Tatsache, das ich hier in einem homogenen Team unter Kollegen arbeiten konnte, während ich vorher Einzelkämpfer war. Für mich war das Gespräch und die Kompetenz von Alain, seinem Bruder Michel und meiner Kollegen ausschlaggebend für meine Entscheidung. In Deutschland hätte ich meinen Schülern diese Rahmenbedingungen niemals ermöglichen können.

 

Die Tennis Academy Dedial, das Sportcenter Wase, alle meine Kollegen sowie das Potenzial an Schülern, waren für mich die entscheidenden Gründe, hier und nicht irgendwo anders auf dieser Welt, meine Arbeit aufzunehmen. Die Erwartungen an mich waren hoch, was mich sehr reizte.

 

Was kannst Du von Deinem großen Know-how an die TAD-Kunden, resp. Nachwuchsspieler weitergeben?

Vor allem die schweizerischen und deutschen sportwissenschaftlichen Erkenntnisse sowie die Internationale Tour Erfahrung im Austausch mit Kollegen und eigenen Erkenntnisse, orientiert an den Trends des modernen, zeitgemäßen Tennis der Weltspitze und die daraus speziell entwickelten Methoden.

 

Jedes Jahr veranstaltet der DTB ein Internationales Symposium im Rahmen der A-Trainer-Fortbildung des deutschen Ausschusses für Sportwissenschaften des DTB. Bei diesem Symposium werden die aktuellsten Trends, Erkenntnisse, Trainingsmethoden sowie aktuellste, sportpsychologische Aspekte aller spezifischen Bereiche und Veränderungen der Weltspitze zusammengetragen und analysiert.

 

Ich bin sehr darum bemüht, mehr Tiefe vom schweizerischen Spitzensport aufzunehmen, um diese an unsere Spieler/innen weiter zu geben und zu vermitteln.

 

Tennis entwickelt sich täglich, genauso wie sich unsere Mobilität und Technologien  in allen Lebensbereichen rasant weiterentwickeln und dadurch stetig verändert. Das erfordert oder überfordert uns oft, aber ein stetiger Anpassungsprozess wird uns abverlangt. Das Beständige in unserer Zeit ist das Unbeständige - leider. Für mich ist es weniger eine Frage, welche Unterschiede gibt es in den Trainingsmethoden zwischen Nationen, sondern eher, wie schnell erkennen wir Trends und Methoden und wie schnell sind wir in der Lage, diese an unsere Schüler weiterzugeben.

 

Wie mein alter Mentor und Ausbilder Richard Schönborn, 30 Jahre Cheftrainer des DTB, derzeit für das Development der ITF tätig, zu sagen pflegte:

 

Talente werden nicht geboren, sie werden von uns gemacht…!

 

 

Was für Vorstellungen hast Du für Dich und die TAD zukünftig?

Am meisten freut mich, wenn unsere Schützlinge Erfolge erzielen. Dies kann bei einem Freizeitspieler die verbesserte Kondition und anhaltende Leidenschaft am Spiel sein; bei einem ambitionierten Wettkampfspieler zählen am Ende des Tages natürlich auch Erfolge. Ganz ehrlich würde ich mich persönlich und natürlich auch für die Akademie freuen, wenn es noch ein paar mehr ehrgeizige Spieler in unserer Academy mit dem Ziel gäbe, ganz nach oben zu kommen. Die optimale Plattform ist bei uns auf jeden Fall gegeben.


Mein persönliches Ziel ist es, mehr Einblick in den Schweizer Spitzensport und Tennis zu erfahren. Alle Erkenntnisse von Swiss Tennis und Swiss Olympic, sowie die des Deutschen Tennis Bundes an unsere Schüler der TAD, des Aargauischen Tennis Verbandes im Leistungs- und Freizeitbereiches zeitgerecht, modern und adäquat weiterzugeben.

 

 

Was wünscht Du Dir fürs neue Jahr 2010?

In allererster Linie natürlich Gesundheit. Dies ist nun mal Grundvoraussetzung für Alles, aber ganz besonders als Sportler.

Beruflich wünsche ich mir ein erfolgreiches Jahr in der TAD mit vielen neuen Herausforderungen und vielen sportbegeisterten Talenten. Auch möchte ich neben meiner deutschen A-Trainer-Lizenz (höchste Ausbildung in Deutschland) die bestmöglichen Schweizer Tennis- und Konditionstrainer-Lizenzen erwerben.

 

Private Wünsche habe ich natürlich auch einige. So möchten wir dieses Jahr endlich einmal in die Schweizer Alpen. Das haben wir nämlich bisher nicht geschafft.

 

Nenne einen guten Rat für Tennisspieler:

Schlank, muskulös, kräftig, reaktionsschnell, beweglich – in jedem von uns schlummert ein unglaublicher Athlet.

(Marc Verstegen USA Weltklassetrainer und Fitnesspapst)

 

 

 

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